Riesling - ein wahrer Genuss
Thursday, February 10th, 2011Der Riesling ist in aller Welt bekannt. Sogar die Amerikaner sprechen vom “Rhine Riesling”. Überall hat es Versuche gegeben, diese Rebsorte in der eigenen Region anzubauen. Sie sind eigentlich alle gescheitert. Wer sich im Stammland der Rieslingrebe am Rhein umsieht, kann die Gründe nachvollziehen. Die Rieslingrebe stellt an Boden, Lage, Klima und Winzerkunst allerhöchste Ansprüche. Die dafür maßgeblichen Gegebenheiten finden sich am ehesten an den steilen, der Sonne zugewandten Schieferhängen im Rheingau, an Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Mittelrhein und im Elsass. Die klimatischen Bedingungen sind optimal. Alle diese Faktoren bestimmen den Reifegrad und den Charakter des Rielings. Er bevorzugt leicht erwärmbare Böden, die der Schiefer in optimaler Weise zur Verfügung stellt. Er speichert die Sonnenwärme und gibt sie nach und nach ab. Gleichzeitig sind diese Böden nicht zu feucht. Die Sonne strahlt in die Südlagen der Weinberge, in deren Tälern sich die Wärme lange hält und die Weinhänge wie mit einer Wärmeglocke umschließt. Hieraus entwickelt sich die für den Riesling so typische Fruchtsäure, die Geschmack und Aussehen prägen. Im Herbst profitieren die Rebstöcke von der Strahlungswärme der Flüsse Rhein, Mosel, Saar, Ruwer und Nahe.
Während in früheren Zeiten oft herbe, lange gelagerte, firne Weine das Geschmacksempfinden bestimmten, werden heute rassige, fruchtige und würzige Rieslinge bevorzugt. Die Rieslingrebe ermöglicht es aufgrund ihrer Beschaffenheit, Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen mit einer unvergleichlichen Blume hervor zu bringen. Selbst in ihnen spürt man noch Frische und Frucht. Sie sind voller geheimnisvoller Extrakte und aufgrund ihres säurehaltigen Charakters langlebige Weine. Die dicke Beerenhaut schützt die Rieslingrebe gegen Fäulnisprozesse und bildet die Grundlage für die edelsüßen Beerenauslesen.
Rieslingweine werden in der Sprache des Weinfreundes als rassig, anregend, spritzig, fruchtig, würzig, frisch und anregend beschrieben. In ihrer grüngelben Farbe spiegelt sich die Natur wieder. Der grüne Farbton tritt bei Spitzenweinen meist in den Hintergrund. Das typische Rieslingbukett erinnert an Äpfel und Pfirsische und erzeugt auf der Zunge einen pikanten Säuregeschmack, der noch lange am Gaumen nachwirkt. Vor allem Weine, die auf Schieferboden wachsen, spiegeln ihre Kinderstube in ihrem Bouquet mit einem deutlich wahrnehmbaren Geschmack von Mineralien und Sonne wieder. Man könnte sagen, der Wein lebt, sobald er aus der Flasche ins Weinglas kommt. Wenn man die Weinkultur dann noch in Verbindung bringt zu den Weinorten an Rhein, Mosel, Saar, Ruwer, Nahe oder Elsass, wird das Erlebnis Wein vollkommen. Wer die Atmosphäre in einem urigen Weinlokal kennt, in dem der Winzer seinen perönlichen Rieslingwein serviert, weiß, wovon die Rede ist.